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SM Spiel oder Ernst?spielzeugkiste3

Die Peitsche versprüht Macht, gibt einem das Gefühl über dem Partner zu stehen. Wir leben unsere Sessions immer intensiv aus - wissen aber auch, wie weit wir gehen können. Im SM-Spiel hat jeder seinen Part, aber wann wird aus dem Spiel Ernst?

 


 Spielen- wann verschwindet die Grenze

Wir spielten immer Monopoly mit den Kindern. Eigentlich nichts besonderes, so lange man sich an die vorgeschlagenen Spielregeln hält. Würfeln, Häuser kaufen, Miete zahlen, Miete kassieren, Häuser verkaufen oder Hypotheken aufnehmen. Das Spiel geht so lange, bis einer kein Geld mehr hat. Klare Regeln, die einen Anfang und ein Ende des Spiels bestimmen.

Doch eines Tages kamen die beiden Schlauköpfe – damals waren sie 9 und 10 - auf die Idee über die Hypotheken hinaus mit Schulden weiter zu spielen. Nun, wir steckten gerade in finanziellen Schwierigkeiten. Aber als Erwachsener kann man gut damit umgehen. Also haben wir mitgemacht. Doch dann setzte bei den beiden etwas sehr Bedenkliches ein. Die Kinder bekamen beim Spiel mit Schulden echte Angst, so etwas wie Existenzangst. Damit konnten wir nicht rechnen. Es war ja ein Spiel. Hier haben wir die Grenze deutlich übertreten, ohne es zu merken! Angst schüren beim Spiel wollten wir nicht. Die Kinder hatten es zunächst nicht einmal bemerkt. Das Spiel haben wir sofort beendet und dann den Kindern erklärt, was da gerade abging.

- Macht und Ohnmacht in einem harmlosen Spiel um virtuelle Straßen -


 Nun ist spielen auch immer Experiment.

Salli und ich probieren bei unseren Sessions recht viel herum. Klar, derjenige, der die Peitsche führt, hat auch die Macht über die Situation. Wenn ich am Kreuz gefesselt bin und auf einem Knebel herum beiße, habe ich wenig Freiheit, bin quasi machtlos. Ich begebe mich aber freiwillig in diese Situation. Mit Salli habe ich alles vorher genau besprochen. Doch sie hat die Macht in diesem Moment. Das Spiel beginnt. Am Anfang ist jede Session ein Spiel. Gleich nach dem Aufwärmen entsteht eine Ernsthaftigkeit wie bei einem Ritual. Jetzt kann ich mich fallen lassen. Und Salli kann ihre Macht ausüben. Sie fragt öfters nach, ob es mir gut geht. Ja, die Schläge tun weh, aber das will ich auch so. Wenn sie zu haut, geht sie verantwortungsbewußt mit der Situation um. Obwohl wir eigentlich spielen, ist es ernst.

Die letzte Session brachte mich physisch und psychisch an meine Grenze. Als sie mich vom Kreuz losband viel ich vor ihr auf die Knie, meinen Kopf legte ich auf ihren Fuß. Auch jetzt fragte sie, ob ich wohl auf sei. Alles in Ordnung, entgegnete ich. Also fanden wir rechtzeitig den Ausstieg aus unserem Spiel.


 

Aber da gibt es ja noch das wirkliche Leben. Dort stehen wir geschlossen Schulter an Schulter und bringen unseren kleinen Laden nach vorn. Kunden anrufen, Filmaufträge erledigen. Stress, wenn der Umsatz klemmt. Einer treibt den anderen an. Alles auf Augenhöhe. Das ist Ernst. Dabei können wir uns auch keine Spielereien erlauben. Am Monatsende wollen schließlich alle Rechnungen und Löhne bezahlt sein.

Natürlich tragen wir unser SM-Leben mit in die Firma, mit Gesten der Unterwürfigkeit oder der Dominanz, echte Spiele, die nur wir beide verstehen. Das Spiel gehört zum Leben, sonst wäre es langweilig. Und „der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ Friedrich Schiller.

 

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